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  H├╝finger macht Karriere in Afrika  
 
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Publication: www.badische-zeitung.de
Publication Date: 18 April 2012
Anl├Ąsslich der Heimattage zeigt das Stadtmuseum H├╝fingen 70 Fotografien des renommierten Fotografen G├╝nther Komnick.

Hubert Bromberger und Eva von Lintig mit einem der ersten Werke von G├╝nther Kommnick. Die Federtuschzeichnung aus dem Jahr 1953 zeigt Karl Moog, B├╝rgermeister von Hausach, Karl Bromberger, den Gro├čvater von Hubert Bromberger, und Ochsenwirt Karl Welte (von links).

H├ťFINGEN (jms). Obwohl G├╝nther Komnick seit vielen Jahren im 9100 Kilometer entfernten Kapstadt lebt, ist H├╝fingen seine Heimat. In wenigen Tagen kehrt er zur├╝ck ÔÇô wenn auch nur f├╝r zwei Wochen. Vorboten hat er bereits geschickt: zwei Holzkisten, gef├╝llt mit Kunst. G├╝nther Komnick stellt eine Auswahl seiner Fotografien im Stadtmuseum H├╝fingen aus.
F├╝r Eva von Lintig, die Vorsitzende des Museumsf├Ârdervereins., ist G├╝nther Komnick nicht nur K├╝nstler, sondern guter Freund. "Wir kennen uns noch aus der Jugend." Komnick war als 16-J├Ąhriger vor den Kriegswirren aus Ostpreu├čen gefl├╝chtet. Bei der Familie Bromberger fand er ein Zuhause. "Wir sind aufgewachsen wie Br├╝der", erz├Ąhlt Hubert Bromberger. G├╝nther Komnick wurde nicht nur zum Familienmitglied, im BrombergerÔÇÖ schen Verpackungsbetrieb absolvierte er auch eine Lehre als Lithograf.

Dank seiner Strebsamkeit wurde er Hubert Bromberger und dessen Bruder schnell zum Vorbild. "G├╝nther sa├č fast jeden Tag bis ein Uhr nachts an seinem Schreibtisch und zeichnete", sagt Hubert Bromberger. "Er war nie unt├Ątig." Wegen seines krausen Haars nannten ihn die H├╝finger nur "Beethoven". Ein gro├čer, schlanker Junge, der ├╝ber jeden Gartenzaun sprang, erinnert sich Eva von Lintig. Hubert Bromberger nahm ihn mit in die Stadtkapelle, im Sportverein spielte er Tischtennis. "Integrationsprobleme gab es eigentlich keine", erinnert er sich ÔÇô au├čer bei einer Sache: dem H├╝finger Dialekt. Anfangs habe Komnick die Mundart nicht immer verstanden. Mittlerweile mag er ihn aber gar nicht mehr ablegen: "Wenn wir jetzt telefonieren, schw├Ątze mir beide ausschlie├člich hiefingerisch", erz├Ąhlt Bromberger.
F├╝nf Jahre lebte und arbeitete G├╝nther Komnick bei den Brombergers, dann zog er f├╝r eine Weiterbildung nach H├╝gelheim ins Markgr├Ąflerland. Von dort ging es in die Schweiz: F├╝r "Lindt & Spr├╝ngli" entwarf er als Grafiker Pralinenverpackungen.

Ende der 50er Jahre wanderte Komnick nach S├╝dafrika aus. In Kapstadt baute er sich eine Druckerei samt Atelier auf. Der Kontakt nach H├╝fingen brach nie ab. Mit Telefonaten, Briefen, hin und wieder auch Besuchen in Kapstadt, ├╝berbr├╝ckt Hubert Bromberger die Distanz zu seinem guten Freund in S├╝dafrika. Regelm├Ą├čig kehrt auch Komnick zur├╝ck auf die Baar. "Wenn er hier ist, nimmt er sich immer einen halben Tag, um alleine durch die H├╝finger Gassen zu schlendern", erz├Ąhlt Eva von Lintig.

Mittlerweile ist G├╝nther Komnick 83. Noch heute arbeitet er von Zuhause aus als Grafiker. Seine Leidenschaft aber ist die Fotografie. Auf der Suche nach Motiven reist er quer durch Afrika, zuletzt war er in Indien. Er ist Mitglied der Royal Photographic Society auf Lebenszeit, eine ganz besonderen Auszeichnung, er hat er aber nicht nur internationale und lokale Preise f├╝r seine Fotographien und Werbeanzeigen erhalten. Auch in einem anderen Metier war G├╝nther Komnick noch erfolgreich: F├╝r seine Illustrationen in namhaften s├╝dafrikanischen Kinderb├╝chern wurde er zweimal mit der renommierten Goldmedaille CP Hoogenhout ausgezeichnet. Auf seinen Besuch in H├╝fingen freuen sich Eva von Lintig und Hubert Bromberger ganz besonders. "Wenn G├╝nther kommt, ist das immer ein gro├čes Familienfest."

Ausstellung: Im Rahmen der Heimattage Baden-W├╝rttemberg zeigt das Stadtmuseum H├╝fingen vom 4. Februar bis 29. April "Impressionen: Fotografien aus Afrika". Bei der Vernissage am 3. Februar, 19 Uhr, ist G├╝nther Komnick anwesend.
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