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  H├╝fingen Afrika, mit dem inneren Auge gesehen  
 
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Publication: www.schwarzwaelder-bote.de
Publication Date: 23 January 2012
K├╝nstlerische Intuition und professionelles K├Ânnen gepaart mit Lebenserfahrung ÔÇô eine Auswahl von 70 herausragenden fotografischen Impressionen aus Afrika stellt der Grafiker G├╝nther Komnick in H├╝fingen aus.Die Vernissage zu "Fotografien aus Afrika" im Stadtmuseum ist am Freitag, 3. Februar, um 19 Uhr. Eine Einf├╝hrung zu der in Deutschland wohl einzigartigen Premiere f├╝r den international renomierten K├╝nstler wird Mateusz Budasz geben.

Die Sch├Ânheit der Landschaft und die Tiefe der menschenlichen Begegnungen im schn├Ârkelosen Blickwinkel des inneren Auges f├╝r das "Dahinter" kennzeichnen sein meisterliches Geschick f├╝r eine beseelte, respektvolle Bildsprache.

Seine Herkunft und seine Jugendzeit m├Âgen hierzu den Grundstein gelegt haben, nicht nur die ├Ąu├čere Welt zum Ma├čstab zu erkl├Ąren. 1929 in Insterburg (Ostpreu├čen) geboren, begriff G├╝nther Komnick im jugendlichen Alter beim Ausheben von Panzergr├Ąben rasch, dass das Leben sehr ungleich sein kann. Im Alter von 15 Jahren geriet er in russische Arbeitslager in Pommern, die drei weitere Jahre seinen Charakter pr├Ągen sollten und den Blick f├╝r Hunger und Sterben sch├Ąrften. Dort erlernte er den Umgang mit Stift und Skizzenblock. Um sich auszudr├╝cken, um sein Seelenleben in Linien zu ├╝berf├╝hren.

Mit 18 Jahren fand er den Weg aus den Fl├╝chlingslagern heraus ├╝ber L├╝beck und den Schwarzwald schlie├člich nach Donaueschingen auf den Hof der Familie Hall. G├╝nther Komnick war auf der Baar angekommen, Donaueschingen wurde zur neuen Heimat.

"Sehr oft brannte nach der harten Arbeit auf dem Feld und bei den Tieren dann abends noch Licht in seiner Stube", wei├č Eva von Lintig, die Vorsitzende des Museumsf├Ârderverein, zu berichten. Dann sa├č Komnick ├╝ber Zeichnungen gebeugt, die er im Schein der kleinen Lampe fertigte. Getrieben auch von dem Wunsch, Bildhauer zu werden.

Ein Talent, das auch der Bauernfamilie nicht verborgen blieb und sie veranlasste, beim Donaueschinger Unternehmer Karl Bromberger f├╝r eine Ausbildungstelle ein gutes Wort einzulegen.

Dort erhielt er an der Flachdruckmaschine schlie├člich eine Chance und wurde Lithograph.

Nach der Lehre fand er zun├Ąchst in Basel eine Anstellung, sp├Ąter dann in Bern. Nebenbei besuchte er die Abendschule, um sich fortzubilden. 1956 zog es ihn nach Afrika, wo er 1965 sein eigenes Grafikstudio er├Âffnete. Heute lebt Komnick seit ├╝ber 50 Jahren in Kapstadt und beherrscht die k├╝nstlerische Spannweite von der Lithographie bis zur digitalen Fotografie ÔÇô und ist mit Menschen wie Karl Bromberger und Eva von Lintig noch immer eng verbunden.
Schwarzw├Ąlder-Bote, vom 23.01.2012 23:01 Uhr